Frische Feigen gehören zu den reizvollsten Früchten des Spätsommers. Ihr zarter, honigartiger Geschmack kommt in einer einfachen, rustikalen Galette besonders gut zur Geltung – ganz ohne aufwändige Zubereitung oder dicke Zuckerschicht. Der mürbe Butterteig wird locker über die Füllung gelegt, sodass perfekte Formen oder filigrane Dekorationen überflüssig sind. Die Mandelfüllung unter dem Obst nimmt einen Teil des Safts auf und sorgt für eine angenehm saftige, nicht matschige Kuchenmitte.
Dieses Rezept reicht für eine Galette mit einem Durchmesser von etwa 28–30 cm (6–8 Portionen). Am besten schmeckt sie am Backtag, noch leicht warm; dazu passt ein Klecks saure Sahne, Mascarpone oder Vanilleeis.
Für den Teig benötigen Sie 250 g Weizenmehl, 125 g kalte Butter, 25 g Puderzucker, eine Prise Salz und 60–70 ml eiskaltes Wasser. Für die Mandelcreme brauchen Sie 70 g weichgewordene Butter, 70 g Puderzucker, 1 Ei, 70 g fein gemahlene Mandeln und 1 TL Vanilleextrakt. Zum Fertigstellen: 6–8 frische Feigen, 1–2 EL flüssiger Honig, 1 Ei zum Bestreichen des Randes und optional Mandelblättchen.
Wählen Sie Feigen, die reif, aber noch fest und ohne Risse oder Gärungszeichen sind. Zu weiche Früchte geben beim Backen viel Saft ab und machen den Teig feucht. Bei sehr süßen Feigen den Honig nach dem Backen nur sparsam verwenden.
Mehl, Zucker und Salz mischen. Kalte Butter in kleine Würfel schneiden und schnell mit den Fingern, einem Messer oder in der Küchenmaschine einarbeiten, bis ein Streuselteig mit einigen erbsengroßen Butterstückchen entsteht. Diese sorgen beim Backen für eine feine, knusprige Struktur.
Geben Sie das Eiswasser zu, zunächst 60 ml, und verbinden Sie den Teig kurz. Er sollte weder klebrig sein noch lange geknetet werden – sobald er zusammenhält, formen Sie eine Scheibe, wickeln sie ein und lassen sie mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen. Währenddessen entspannt sich das Klebereiweiß und die Butter wird wieder fest; so reißt der Teig beim Ausrollen weniger und die Ränder der Galette halten besser.
Inzwischen die Mandelcreme zubereiten: Weiche Butter mit Puderzucker zu einer hellen Masse aufschlagen, Ei und Vanille einrühren und zuletzt die gemahlenen Mandeln mit einem Spatel unterheben. Die Creme muss nicht luftig sein; wichtig ist, dass keine Butterstücke mehr sichtbar sind.
Ofen auf 190 °C vorheizen, idealerweise Ober- und Unterhitze. Den gekühlten Teig zwischen zwei Bögen Backpapier zu einem Kreis von etwa 3–4 mm Dicke ausrollen und samt dem unteren Papier auf ein Backblech übertragen. So wird der feine Butterteig nicht unnötig gedehnt und reißt kaum.
Die Mandelcreme in die Mitte streichen und rundherum einen freien Rand von etwa 5 cm lassen. Feigen waschen, sorgfältig trocknen und vierteln oder in dicke Scheiben schneiden. Mit der Schnittfläche nach oben auf die Mandelcreme legen. Den freien Teigrand schrittweise über das Obst klappen; einzelne Falten leicht andrücken, nicht daran ziehen. Ränder mit verquirltem Ei bestreichen und optional mit Mandelblättchen bestreuen.
35–40 Minuten auf dem mittleren Einschub backen. Die Galette ist fertig, wenn die Ränder tiefgolden sind und die Mandelcreme in der Mitte durchgebacken wirkt – beim leichten Anstupsen nicht mehr flüssig. Bräunen die Ränder schneller als der Kern, die letzten Minuten locker mit einem Streifen Alufolie abdecken. Nach dem Backen den Kuchen mindestens 15 Minuten auf dem Blech fest werden lassen, bevor Sie ihn auf ein Gitter oder eine Servierplatte legen. Mit Honig beträufeln Sie ihn erst jetzt, damit der Honig beim Backen nicht zu stark karamellisiert.
Risse beim Einfalten entstehen oft, wenn der Teig zu kalt oder zu dünn ausgerollt ist. Lassen Sie ihn 3–5 Minuten bei Raumtemperatur nachgeben und schließen Sie den Riss mit den Fingern. Ein rustikales Aussehen verträgt kleine Ausbesserungen gut. Sehr weicher, klebriger Teig braucht eine kurze Kühlpause; arbeiten Sie stets auf dem Backpapier, das die Handhabung erleichtert.
Ein nasser Boden kommt meist von sehr saftigem Obst, zu viel Füllung oder einem nicht durchgebackenen Kern. Die Mandelcreme bildet eine Barriere zwischen Obst und Teig. Bei sehr saftigen Feigen kann der Creme 1 TL Maisstärke hinzugefügt werden. Legen Sie Feigen außerdem niemals feucht nach dem Abspülen auf den Teig.
Die Feigen-Galette lässt sich mit anderem Spätsommerobst zubereiten; Menge und Süße entsprechend anpassen. Zu Birnen passt eine Prise Kardamom, zu Pflaumen Zimt und zu Brombeeren Zitronenschale. Bei saurerem Obst 10–15 g Zucker zusätzlich in die Mandelcreme geben. Statt Mandeln funktionieren auch fein gemahlene Haselnüsse, die ein leicht karamelliges Aroma bringen.
Den gebackenen Kuchen abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren, da er eine Frucht- und Ei-Füllung enthält. Die beste Textur hat er in den ersten 24 Stunden; am zweiten Tag kurz 8–10 Minuten bei 150 °C erwärmen. Die Mikrowelle wärmt schnell, macht den knusprigen Teig jedoch weich.