Großer Backleitfaden, der Makronen endlich gelingen lässt
Fachlicher Garant des Artikels und der Makronenkategorie: Barbora Jarolíková – Makronen von Barunka
Makronen sind Symbole kulinarischer Präzision. Auf den ersten Blick wirken sie einfach – zwei farbige Böden, die mit Creme verbunden sind. Wenn Sie sie jedoch zu Hause backen, wird schnell klar, dass gerade in dieser scheinbaren Einfachheit ihre Herausforderung liegt. Makronen verzeihen nur wenige Fehler und jedes Detail im Herstellungsprozess hat direkten Einfluss auf das Ergebnis.
Die gute Nachricht ist, dass Makronen weder Talent noch Zufall brauchen. Sie beruhen auf dem Verständnis der Prinzipien. Sobald Sie wissen, warum etwas auf eine bestimmte Weise gemacht wird, hören sie auf, unberechenbar zu sein, und werden zu einem wiederholbaren Backergebnis.
Grundlegende Herstellungsmethoden von Makronen (damit Sie wissen, welche Sie wählen sollen)
Bevor Sie mit dem Vermengen des ersten Teigs beginnen, ist es entscheidend zu verstehen, dass „Makronen“ nicht eine einzige Technik sind. Der Hauptunterschied liegt im Typ des Eischnees. Wir unterscheiden die Methoden nach Herkunftsland:
· französisch
· italienisch
· schweizerisch
Alle Methoden beruhen jedoch auf denselben Grundprinzipien: feines Trockenmehl, richtige Verarbeitung des Eiweißs, Makronage, Trocknen und Backen.
TIP: Für Anfänger empfehlen wir die italienische Methode, die zwar höhere Anforderungen an die Ausrüstung stellt, aber dank des Zuckervergusses, der die Basis des Eischnees bildet, einen stabileren Teig erzeugt.
Wenn Sie jedoch eine Methode suchen, die am wenigsten Ausrüstung erfordert, ist eindeutig die französische Methode. Diese lässt sich auch mit einer Handrührmaschine bewältigen.
Prinzip: Das Eiweiß wird zusammen mit dem Kristallzucker zu festem Schnee geschlagen und anschließend in die trockene Mischung eingerührt.
Vorteile
Nachteile
Für wen: für diejenigen, die bereits ein Gefühl für Schnee und Teigkonsistenz haben oder in einer trockenen Umgebung backen.
Prinzip: Aus Zucker und Wasser wird Sirup gekocht (118 °C), der in die Eigelbmischung geschlagen wird. Dadurch entsteht ein sehr stabiler Schnee. Anschließend wird er mit Mandelpaste vermischt, die aus dem Eiweiß, Mandelmehl und Puderzucker besteht.
Vorteile
Nachteile
Für wen: Anfänger, die die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit suchen, aber auch für Profis.
Prinzip: Das Eiweiß mit Zucker wird über einem Wasserbad (typisch 50–60 °C) erhitzt und dann zu festem Schnee geschlagen.
Vorteile
Nachteile
Für wen: für diejenigen, die Stabilität ohne Arbeit mit Vergaren wünschen
TIP: Falls Sie kein Thermometer haben, prüfen Sie die richtige Temperatur – erhitzen Sie das Eiweiß, bis zwischen den Fingern keine Zuckerkristalle mehr zu spüren sind.
Poznámka: In diesem Leitfaden sind Vorgehensweisen und Kontrollpunkte so beschrieben, dass sie mit allen Methoden funktionieren, wobei die höchste Fehlerfreiheit normalerweise durch den italienischen Schnee erreicht wird.
Eine perfekte Makrone hat:
Ziel ist nicht nur eine schöne Optik, sondern auch die richtige Textur. Makrone muss beim Kauen leicht knacken, innen weich und zart sein, nicht zerfallen oder am Gaumen kleben.
Bei Makronen lohnt es sich nicht, zu sparen. Mit wenigen Zutaten wird jede einzelne geschmacklich und technisch extrem wichtig.
Mandelnmehl muss sein:
Praxis-Tipp: Falls das Mehl auch nur etwas gröber ist, hilft kurzes Mixen mit Puderzucker (nur pulsweise), damit kein Öl frei wird. Danach durch ein Sieb sieben.
Eigelb:
Achtung: Fett ist der Killer des Schnees. Auch eine winzige Spinne vom Eigelb, fettige Schüssel oder schlecht gespülte Rührbesen = instabiler Schnee.
Zucker:
Farbstoffe:
Empfehlung für klassische Färbungen: Gel-Farben, die für die Zuckerbäcker-Kunst vorgesehen sind (hochkonzentriert, wenig Wasser) oder Pulverfarbstoffe (stabiles, auch für satte Farbtöne geeignet).
Wann färben?
Bei der französischen und Schweizer Methode können Sie bereits beim Schlagen des Schnees färben, ggf. erst beim Zusammenführen der geschlagenen Eischnee mit dem Zucker. Bei der italienischen Methode färben Sie die Mandelpaste. Diese ist eine Mischung aus feinem Mandelmehl, Puderzucker und reines Eiweiß.
TIP: Wenn Sie einen satten Farbton wünschen, können Sie etwas Farbstoff auch während des Schlagens der Eiweiße hinzufügen.
Natürliche Farben als Alternative (funktionieren, wenn Sie wissen wie):
Natürliche Färbung ist möglich, erfordert jedoch Arbeiten mit Pulverstoffen (keine Fruchtsäfte), da Flüssigkeiten das Verhältnis von Wasser im Teig verändern.
Praktische Regel: Für natürliche Farben benutze hauptsächlich Pulver und füge sie zu Trockenmischung oder Mandelpaste hinzu. Säfte/Pürees sind aufgrund der Verdünnung des Teiges nicht geeignet. Säfte/Pürees können Sie bei der Füllung hinzufügen. Geschmack kommt gut zur Geltung und beeinträchtigt nicht die Stabilität der Makrone.
Abkühlung der Eiweiß: Schritt, den viele unterschätzen
Eines der häufigsten Gründe für Misserfolg sind frische Eiweiße. Das Absetzen ist kein Bäcker-Mythos, sondern eine physikalische Notwendigkeit.
Während des Absetzens:
Genau; trennen Sie sie, lagern Sie sie in einem luftdicht verschlossenen Behälter und lassen Sie sie mindestens 24 Stunden im Kühlschrank. Vor der Verwendung lassen Sie sie immer auf Raumtemperatur kommen (ca. 20–22 °C).
Tipps für Anfänger: Wenn Sie Ihren Erfolgswahrscheinlichkeit maximieren möchten, nehmen Sie Eiweiß mindestens 45–90 Minuten vorher aus dem Kühlschrank.
TIP für Fortgeschrittene: Wenn Ihnen beim Weihnachtsbacken Eiweiß übrig bleibt, können Sie es bis zu drei Monate einfrieren.
Vorbereitung der Trockenmischung: Basis für eine glatte Oberfläche
Mandelnmehl und Puderzucker müssen:
Ziel ist eine feine Pudruskonsistenz. Jeder größere Klumpen würde sich auf der Oberfläche der Makrone als Wulst oder Riss zeigen.
Schnee: fest, aber nicht trocken
Richtig aufgeschlagen ist der Schnee glänzend, glatt und behält die Form. Wenn er matt und bröckelig wird, ist er übergeschlagen.
Vorgehen:
Der Schnee trägt die Struktur. Wenn er nicht in perfekter Verfassung ist, kann keine weitere Phase ihn retten.
Temperaturen und Kontrollpunkte (praktisch)
Makronage (Makronen-Teig): Kunst des richtigen Mischens
Dieser Schritt entscheidet über alles. Bei der Makronage wird:
Rühren Sie mit einem Spatel von außen nach innen, langsam und kontrolliert. Der Teig muss wie fließende Lava herunterlaufen und sich nach dem Ausdrücken von selbst glätten.
Zwei Tests, die den Teig retten
Test „Festigkeit“:
Die Masse fällt vom Spatel in eine breite Schlaufe und die Oberfläche glättet sich innerhalb von 10–15 Sekunden.
Test „Acht“:
Lassen Sie die Masse vom Spatel fließen und zeichnen Sie eine „8“; sie soll fließend laufen. Reißt sie, ist sie zu fest bzw. zu flüssig – übermengt.
Sobald dieser Moment überschritten ist, lässt sich der Teig nicht mehr retten. Bei Makronen gibt es kein „Ich passe das schon noch an“.
Makronen werden nicht mit Kraft, sondern mit Kontrolle gespritzt. Der Beutel wird senkrecht gehalten, nicht zu lange gedrückt und jede Bewegung wird mit einer schnellen Drehung der Spitze beendet.
Spritztechnik inklusive „Drehung“ (Detail)
Nach dem Spritzen:
Profi-Tipp: Falls Blasen auftreten, mit einer Nadel durchstechen und die Oberfläche sanft „versiegeln“.
Trocknen ist wichtig und der Schlüssel zur Phase, in der:
Makronen müssen sich trocken anfühlen. Wenn sie kleben, sind sie noch nicht bereit für den Ofen.
Wie lange wirklich trocknen
Makronen mögen keine Extreme. Hohe Temperatur verursacht Risse, zu niedrige führt zu Hohlräumen.
Backen Sie:
Empfohlener Startbereich der Temperatur (für Heimanwender)
Kontrolle der Garheit: Makrone darf nicht an der Füßchen wackeln. Wenn sie sich bewegt, weiterbacken 1–2 Minuten.
Makronen sind nicht fertig, wenn sie aus dem Ofen kommen. Die echte Magie passiert nach dem Füllen.
Während der Reifezeit:
Ideal 24–48 Stunden gekühlt. Vor dem Servieren 20–30 Minuten bei Raumtemperatur lassen.
Geschmackskombinationen: bewährte Paarungen von Makronen-Schalen und Füllungen
Makrone soll ausgewogen sein: Die Kruste ist süß, die Füllung sollte Kontrast bringen (Säure, Bitterkeit, Nussigkeit, Salz und Aroma).
Klassiker, der immer funktioniert
Fruchtig und frisch
Nussig und „Profi“
Winterlich und Gewürze
Luxuriöse „Signature“-Kombinationen
Makronen sind unnachgiebig gegenüber Improvisationen. Was bei anderen Desserts funktioniert, zeigt sich bei Makronen sofort in Aussehen und Struktur. Das Verstehen der häufigsten Fehler spart Ihnen dutzende unnötiger Versuche und Frustration.
Eile in jeder Phase
Makronen benötigen Zeit. Eile zeigt sich am häufigsten bei Makronage, Trocknung oder Backen. Jeder Schritt hat seinen Grund, und das Abkürzen des Prozesses führt fast immer zu Rissen, fehlendem Füßchen oder Hohlräumen. Wenn Sie wenig Zeit und Ruhe haben, ist es besser, Makronen auf einen anderen Tag zu verschieben.
Nichteinhaltung der Grammaturen
Makronen sind kein Dessert „nach Augenmaß“. Schon Unterschiede von wenigen Gramm können die Teigkonsistenz so verändern, dass er nicht verwendbar ist. Genaues Wiegen ist das A und O – besonders bei Eiweiß, Zucker und Mandelmehl. Die Verwendung von Messbechern statt Waage ist eine der häufigsten Ursachen für Misserfolg.